Wann lohnt sich eine Umschuldung?
Eine Umschuldung lohnt sich in drei Situationen:
1. Der Zinssatz ist gesunken: Wenn die aktuellen Marktzinsen deutlich unter deinem bestehenden Kredit liegen, sparst du durch Umschuldung bares Geld. Aktuelle Zinsen findest du in unserem Zinsentwicklung-Ratgeber.
2. Du hast mehrere Kredite: Verschiedene Raten an verschiedene Banken? Ein einziger Umschuldungskredit schafft Übersicht und oft bessere Konditionen durch das höhere Kreditvolumen.
3. Du willst die monatliche Rate senken: Durch Umschuldung mit längerer Laufzeit senkst du die monatliche Belastung. Bedenke aber: Niedrigere Rate bedeutet längere Laufzeit und höhere Gesamtkosten.
Faustregel: Eine Umschuldung lohnt sich, wenn der neue Zinssatz mindestens 1 Prozentpunkt unter dem alten liegt und die Restlaufzeit noch mindestens 12 Monate beträgt.
Sparpotenzial berechnen
Ermittle dein Sparpotenzial in drei Schritten:
1. Notiere die Restschuld, den aktuellen Zinssatz und die Restlaufzeit deiner bestehenden Kredite. Diese Informationen findest du in deinen Kreditunterlagen oder im Online-Banking.
2. Vergleiche über Kreditpilot die aktuellen Konditionen für die gleiche Summe und gewünschte Laufzeit.
3. Ziehe die eventuelle Vorfälligkeitsentschädigung von der Zinsersparnis ab. Was übrig bleibt, ist deine tatsächliche Ersparnis.
Beispiel: Du hast einen laufenden Kredit über 20.000 € mit 6,9 % Zins und 48 Monaten Restlaufzeit. Die aktuelle Kondition liegt bei 4,5 %. Gesamtersparnis nach Abzug der Vorfälligkeitsentschädigung (max. 200 €): ca. 1.400 €.
Umschuldung Schritt für Schritt
Schritt 1 – Bestandsaufnahme: Alle laufenden Kredite, Dispokredite und Kreditkartenschulden zusammentragen. Notiere jeweils Restschuld, Zinssatz, monatliche Rate und Restlaufzeit.
Schritt 2 – Konditionen vergleichen: Über Kreditpilot schufaneutral die besten Umschuldungsangebote finden. Gib als Verwendungszweck „Umschuldung" an – das kann zu besseren Konditionen führen.
Schritt 3 – Neuen Kredit beantragen: Den Umschuldungskredit in Höhe der gesamten Restschuld beantragen. Manche Banken bieten an, die Ablösung direkt zu übernehmen.
Schritt 4 – Alte Kredite ablösen: Die neue Bank überweist das Geld direkt an die alten Kreditgeber, oder du erhältst die Summe und löst selbst ab.
Schritt 5 – Bestätigung einholen: Lass dir von den alten Banken schriftlich bestätigen, dass die Kredite vollständig abgelöst und die Konten geschlossen sind.
Vorfälligkeitsentschädigung: Was kostet die Ablösung?
Bei vorzeitiger Rückzahlung dürfen Banken eine Entschädigung verlangen. Die Höhe ist gesetzlich gedeckelt:
Ratenkredite: Maximal 1 % der Restschuld bei einer Restlaufzeit über 12 Monaten, maximal 0,5 % bei einer Restlaufzeit unter 12 Monaten.
Dispokredite: Keine Vorfälligkeitsentschädigung – jederzeit kostenlos ablösbar. Das macht die Dispo-Umschuldung besonders attraktiv.
Kreditkartenschulden: Ebenfalls jederzeit kostenlos rückzahlbar. Kein Grund, teure Kreditkartenzinsen von 15–20 % weiter zu bezahlen.
Sonderfall: Dispokredit ablösen
Dispokredite haben oft Zinssätze von 10–15 %. Eine Umschuldung auf einen Ratenkredit mit 4–5 % spart enorm – bei 5.000 € Dispo sind das bis zu 500 € pro Jahr an Zinsersparnis.
Zudem hast du mit einem Ratenkredit feste monatliche Raten statt einer dauerhaften Schuldenfalle. Der Dispo verführt dazu, die Schulden ewig mitzuschleppen – ein Ratenkredit hat ein festes Ende.
Checkliste für deine Umschuldung
☐ Alle bestehenden Kredite und Schulden notiert
☐ Restschuld, Zinssatz und Restlaufzeit je Kredit ermittelt
☐ Vorfälligkeitsentschädigung berechnet oder bei der Bank angefragt
☐ Neue Konditionen über Kreditpilot verglichen
☐ Sparpotenzial berechnet (neue Kosten vs. alte Kosten + Entschädigung)
☐ Neuen Kredit beantragt
☐ Alte Kredite ablösen lassen
☐ Schriftliche Bestätigung der Ablösung von allen alten Banken erhalten
☐ Alte Kreditkonten geschlossen (kann den Schufa-Score verbessern)